Grundsätzlich gibt der Fussboden vor, mit welcher Methode ein Teppichboden verlegt werden muss. Ebenso gilt es, den Zustand des Untergrunds sowie der Teppichrücken bei der Auswahl des Verfahrens zu berücksichtigen.
Verlegetechniken
Das lose Verlegen
Wenig beanspruchte und kleine Räume können lose verlegt werden. Dabei fixiert man den Belag lediglich an den Rändern und im Bereich der Türen mit einem doppelseitigen Klebeband. Grundsätzlich sollten diese Räume nur mit einer Warenbahn ohne Nahtstelle verlegt werden können. Allenfalls können Klebenetze oder Haftvliese als zusätzlichen Untergrund eingesetzt werden. Achten Sie darauf, dass bei beheizten Böden Beläge verwendet werden, bei denen der Hersteller garantieren kann, dass sie direkte Wärmeeinwirkung vertragen. Teppichböden ohne diese Herstellergarantie sollten keinesfalls auf beheizten Böden verklebt werden.
Das vollflächige Verkleben
Für häufig begangene und grosse Räume eignet sich das Verfahren des vollflächigen Verklebens. Überlassen Sie diese Arbeit auf jeden Fall einer Fachperson, da es für den Laien schwierig ist, den für Bodenbeschaffenheit und Teppich passenden Kleber zu finden und diesen auch noch sachgerecht anzuwenden. Normalerweise wissen dies auch die Teppichhersteller und fügen deshalb jeder Lieferung üblicherweise die Empfehlung der passenden Klebersorten an. Die falsche Kleberwahl kann schlimmstenfalls zu einer chemischen Reaktion zwischen Untergrund, Klebstoff und Belag führen. Die professionelle Verlegung trägt im Übrigen wesentlich zur langen Lebensdauer eines Teppichbodens bei.
Das Verspannen
Dieses Verfahren findet besonders bei mit einem Textilrücken ausgerüsteten gewebten oder getufteten Teppichböden seine Anwendung. Dabei wird eine Unterlage aus Schaum oder Filz aufgespannt und mit Nagelleisten an den Rändern befestigt. Der Bodenbelag wird dadurch besonders strapazierfähig und stabil, wobei letzterer Vorteil vor allem die Trittsicherheit erhöht. Ausserdem kann der Bodenbelag relativ leicht ausgewechselt werden. Da die Verspanntechnik zur anspruchsvollsten, hochwertigsten, teuerste und umweltfreundlichsten Form der Teppichbodenverlegung zählt, muss sie von Fachleuten ausgeführt werden. Erkundigen Sie sich beim Hersteller des Teppichs, ob Ihr Teppich für diese Technik geeignet ist.
Das Klettprinzip
Mit dem Teppichboden-Verlegsystem „ecofix“ brachte die Firma Vorwerk 1997 eine neue Verlegetechnik auf den Markt: Der Vorwerk-Teppichboden (mit Rückenausstattung „Texback“) wird mit einem ecofix-Klettband verklettet statt verklebt. Im Vergleich zur Klebetechnik ist diese Methode schneller, sauberer und umweltfreundlicher, da auf emissionshaltige Substanzen verzichtet werden kann.
Untergrundvorbereitung
Untergrundvorbereitung
Die Qualität der Verlegearbeit hängt stark vom richtig vorbereiteten Untergrund ab. Indem einige Grundregeln sowie die Gebrauchsanweisung beachtet werden, sollte jedoch nichts schief gehen.
Die Entfernung von Resten
Entfernen Sie sorgfältig sämtliche Rückstände wie Teppichrücken, Spachtelmasse oder Klebstoff.
Die Beschaffenheit des Untergrunds
Sorgen Sie für einen sauberen, festen, ebenen, dauertrockenen, saugfähigen, sowie fett- und rissfreien Untergrund (nach DIN 18365). Besonders bei der Verwendung von Dispersionsklebern ist auf diese Eigenschaften zu achten, da diese nur reagieren, wenn die zu verklebende Fläche Wasser aufnehmen kann.
Unebenheit des Untergrunds
Ein nicht saugfähiger oder unebener Untergrund kann mit zementhaltiger und lösungsmittelfreier Spachtelmasse behandelt werden. Achten Sie unbedingt auf eine chromatarme und caseinfreie Substanz, damit später keine giftigen Ammoniak-Ausgasungen austreten. Die Verspachtelung von Unebenheiten ist auch deshalb erforderlich, weil das dickere Auftragen von Dispersionskleber eine allfällig verzögerte Wasserverdunstung und somit eine eigentlich vermeidbare Emission nach sich ziehen kann.
Auflegen
Natürlich kann der neue Teppichboden auch auf dem alten Belag ausgerollt werden. Etwa dann, wenn die Entfernung des alten Teppichbodens zu aufwändig oder kostspielig würde oder der Untergrund intakt bleiben muss.